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Phil-Splitter Notizen

Kafka

4 Viele Schatten der Abgeschiedenen beschäftigen sich nur damit, die Fluten des Totenflusses zu belecken, weil er von uns herkommt und noch den salzigen Geschmack unserer Meere hat. Vor Ekel sträubt sich dann der Fluß, nimmt eine rückläufige Strömung und schwemmt die Toten ins Leben zurück. Sie aber sind glücklich, singen Danklieder und streicheln den Empörten.

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Im Labyrinth der Welt - Theologische Interpretationsansätze

Max Brod, Freund Kafkas und Herausgeber seines Nachlasses, versah viele von ihm herausgegeben Schriften mit erklärenden Nachworten. In diesen gab er die starke theologische Orientierung der frühen Kafkadeutung vor. So schreibt er im Nachwort zu Kafkas Romanfragment „Das Schloss“: „[...] dieses ‚Schloss’, zu dem K. keinen Zutritt erlangt, dem er sich unbegreiflicherweise nicht einmal richtig nähern kann, ist genau das, was die Theologen ‚Gnade’ nennen, die göttliche Lenkung menschlichen Schicksals (des Dorfes), die Wirksamkeit der Zufälle, geheimnisvolle Beschlüsse, Begabungen und Schädigungen, das Unverdiente und Unerwerbliche, das ‚Non liquet’ über dem Leben aller. Somit wäre im ‚Prozeß’ und im ‚Schloss’ die beiden Erscheinungsformen der Gottheit (im Sinne der Kabbala) – Gericht und Gnade – dargestellt.“ (Brod, Max: „Das Schloss“. Nachwort zur ersten Ausgabe. In: Politzer, Heinz: Franz Kafka. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1980. S. 39 – 47) In allen drei Romanen Kafkas, dem Prozess, dem Schloss und Amerika, sieht Max Brod als Grundmotiv die Einordnung des Einzelnen in die menschliche Gemeinschaft, bei der es sich gleichzeitig um die Einordnung in ein Gottesreich handelt.

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 © Manfred Herok 2005/8

So erschafft sich der Moderne seine “Situation”: 
Er ist seine roots, die niemals sterben.
Nachdem die Sonne untergegangen ist,
streichen die Geister der Verstorbenen gewöhnlich um jede Hütte des global-medialen Dorfes..
So wahr der Moderne der selbstbestimmte Schamane seiner Phantasmen ist, so wahr erscheint ihm das untote Leben seiner selbst.
Er kann nicht sterben, denn er ist frei und hat seine Freiheit genutzt. Und er beweist seine Kraft, seine Freiheit indem er sich wahrhaft selbst setzt. Der Beweis ist nun das Gelingen.
Konkret soll es sein und ist es auch, so wie es sein soll,
nämlich sinnlich.
Daß das Sinnliche nichts ist, lediglich Erscheinung,
weiß der Moderne nach Bedarf eh,
aber da er sich bedarfsgemäß als Sinnlicher zu bewähren gewählt hat, hat er sich so gewählt,
daß er sinnlich wahr ist und der sinnlichen Anforderung gemäß gut.
Seine Vergänglichkeit selbst als Ewigkeit, als sein Selbst zu setzen ist die moderne Tat, der der Moderne mehr oder weniger staunend gegenüber steht, mit mehr oder weniger Bewußtsein, daß ihm dieses gelungen ist.
“Normal”-
Er hat sich in eine Comicfigur verwandelt, seine sinnliche Unsterblichkeit vollbracht und steht nun in nichts dem Urahnen nach, der untot nächtens die Hütten umstreift, seines Grals,
den er frei verantwortet.
Ob es das ewige Leben wirklich gibt?
Daß das nicht sein Problem ist, einzusehen, ist dem Moderen und seinem “unmittelbaren Bewußtsein” aufgetragen.

M.H.


Hegel gegen die aufkommende, moderne antisemitische Literatur... (Hegel, Grundlinien der Philosophie des Rechts, 1821) >>>

Noch ein “philosophischer Skandal”:

“Die Fragen, welche die Philosophie nicht beantwortet, sind so beantwortet,
daß sie nicht so gemacht werden sollen.” 
    >>>       (Hegel Aphorismen, Wastebook)

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