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Notizen Bibel

“Wenn ein unreiner Geist von einem Menschen ausfĂ€hrt,
durchwandert er dĂŒrre Orte, um eine RuhestĂ€tte zu suchen,
und findet keine.
Dann sagt er: ‘Ich will in mein Haus zurĂŒckkehren, aus dem ich ausgezogen bin’;
und bei seiner Ankunft findet er es unbewohnt,
doch sauber gefegt und geschmĂŒckt.
Dann geht er hin und nimmt sieben andere Geister mit sich,
die bösartiger sind als er selbst, und nachdem sie eingezogen sind,
wohnen sie dort;
und die letzten UmstĂ€nde jenes Menschen werden schlimmer als die ersten.”

MatthÀus 12:43-45

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Es geht in der Tat nicht darum, daß die Dinge,die wir erleben  > >noch möglich sind...

Herok©2005-10

Ist das nicht der ultimative Kommentar, als Gleichnis,
zum “post-enlightenment-Problem”?:
Die Erleuchtung (AufklÀrung) ist da, das Gewissen ist unmittelbar rein und frei, aller Dogmen und Fremdbestimmungen ledig...
“Alles ist möglich” (nichts ist notwendig/wirklich/wahr).
“Die Bude ist sturmfrei”... WillkĂŒr und EigendĂŒnkel finden keine Grenzen...


Das Gleichnis vom Weinberg

An einem dieser Tage, als er das Volk im Tempel lehrte und die frohe Botschaft verkĂŒndete, geschah folgendes: Die Hohepriester und Schriftgelehrten zusammen mit den Ältesten kamen auf ihn zu und sagten zu ihm: "Sage uns, in wessen Vollmacht du dies tust. Wer hat dir diese Vollmacht gegeben?" Jesus antwortete ihnen: "Auch ich stelle euch eine Frage. Sagt mir: War die Taufe des Johannes vom Himmel oder von den Menschen?" Sie aber ĂŒberlegten bei sich: Wenn wir sagen, vom Himmel, wird er sagen: Weswegen habt ihr ihm nicht geglaubt? Wenn wir sagen: Von Menschen, wird uns das ganze Volk steinigen, denn es ist ĂŒberzeugt, daß Johannes ein Prophet ist. Und sie antworteten, daß sie nicht wĂŒĂŸten woher. Darauf sagte Jesus zu ihnen: "Dann sage auch ich euch nicht, in wessen Vollmacht ich handle." (Lukas 20, 1 - 8) Jesus erzĂ€hlte dem Volk dieses Gleichnis: Ein Mann pflanzte einen Weinberg und verpachtete ihn WeingĂ€rtnern und ging lange Zeit außer Landes. Zu gegebener Zeit schickte er einen Knecht zu den WeingĂ€rtnern, damit sie ihm von der Frucht des Weinberges geben sollten. Aber die WeingĂ€rtner verprĂŒgelten den Knecht und schickten ihn dann mit leeren HĂ€nden fort. Darauf schickte der Besitzer noch einen Knecht. Aber auch ihn verprĂŒgelten sie, beschimpften ihn und schickten ihn mit leeren HĂ€nden fort. Der Herr schickte einen dritten Knecht. Auch diesen warfen sie hinaus, nachdem sie ihn verwundet hatten. Da sagte der Herr des Weinbergs: "Was soll ich tun? Ich werden meinen geliebten Sohn schicken. Vielleicht werden sie sich vor diesem scheuen." Als sie ihn jedoch sahen, ĂŒberlegten die WeingĂ€rtner miteinander und sagten: "Dies ist der Erbe. Laßt ihn uns töten, dann gehört das Erbe uns." Und sie warfen ihn aus dem Weinberg hinaus und töteten ihn. Was wird nun der Herr des Weinberges mit ihnen machen? Er wird kommen und diese WeingĂ€rtner umbringen und den Weinberg anderen geben. Als sie dies hörten, sagten sie: "Das möge nicht geschehen." Jesus aber schaute sie an und sagte: "Was bedeutet denn dieses Schriftwort: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden? Jeder, der auf diesen Stein fĂ€llt, wird zerschellen; auf wen er aber fĂ€llt, den wird er zermalmen." Die Schriftgelehrten und die Oberpriester versuchten, genau in dieser Stunde Hand an Jesus zu legen, doch sie fĂŒrchteten das Volk. Sie hatten nĂ€mlich erkannt, daß er dieses Gleichnis im Blick auf sie erzĂ€hlt hatte. (Lukas 20, 9 - 19)

"Kultur heute schlĂ€gt alles mit Ähnlichkeit. ... “  >>>

(Adorno)

Wieso versteht ihr denn nicht,
daß ich nicht vom Brot zu euch geredet habe?

Mt 16,11     www.abcphil.de/html/bibelzitate_3.html

Daß Jesus nicht vom Brot redet ist offensichtlich.
Christus gibt ein Gleichnis, das (nur) im Geiste verstanden wird.
Geht es aber um die Frucht des Weinberges, sieht es, unter (geistlosen) UmstÀnden, anders aus:
Schuld, als Geldschuld in bĂŒrgerlichen VerhĂ€ltnissen eingefordert, fungiert durchaus als pseudo-christliches Argument in pietistischen Kreisen: “ Bezahlst du deine Schulden nicht, so bist du ein `böser WeingĂ€rtner`. ”

Wenn Christus vom Brot redet und vom Sauerteig, dann ist die Gleichnishaftigkeit seiner Reden offensichtlich: Christus spricht offensichtlich nicht von der Brotbackkunst des BĂ€ckerhandwerks.
Redet Christus jedoch von den Weinbauern, von denen der EigentĂŒmer (Gott - das Absolute/der Absolute...) seine Rendite einfordert, dann (ergreift das bĂŒrgerliche Bewußtsein die Gelegenheit und ) lĂ€uft das moralisch-pietistische, pseudo-christliche Bewußtsein Amok.
Dann zeigt es sich, wie der pseudo-christliche Standpunkt (pseudo-geistlich), sich als proto-faschistisch  konstituiert:

Wenn Christus vom Brot redet und vom Sauerteig,
ist die Gleichnishaftigkeit solcher Rede offensichtlich:
wenn es jedoch um Geld und Zinsen geht, zeigt sich der Mammon als die Alternative zum Geist.
Offenbar kann sich erst auf der Ebene abstrakt- rechtlicher VerhĂ€ltnisse, soweit sie sich als GeldverhĂ€ltnisse verwirklicht haben, eine moralische Argumentation entfalten, die nicht davor zurĂŒckschreckt die geistige Erkenntnis und ihre Offenbarung ins Moralische zu retardieren. (Als Mißbrauch religiöser Einsicht)

Diese Art, die sich als solche selbst bestimmt 
(als Art des “Gutmenschen”), schreckt nicht davor zurĂŒck, sich moralisch zu entblöden und das geistige VerhĂ€ltnis auf GeldverhĂ€ltnisse zu reduzieren.
Das Entweder-Oder (vom Gegensatz zum Widerspruch)  im VerhĂ€ltnis von Gott-Mammon kommt unter diesen UmstĂ€nden nicht zu Bewußtsein.
Was stattdessen entsteht ist ein Bewußtsein des Verfolgens:
Die “ Verfolgte Unschuld” verfolgt ...       >>>

Der „Gutmensch“ ansich ist revolutionĂ€r.
Er konstituiert sich als „Vernunft“ - in seinem Medium der unmittelbaren IndividualitĂ€t dann auch, wiki-gebildet -, explizit gegen „Verstand.
Nur so kann er sich mĂŒhelos „bilden“ oder besser: „sich“ mĂŒhelos bilden, indem er in den Modus der „Show-time“ wechselt und „IndividualitĂ€t“ erscheinen lĂ€sst.
Sich lÀsst diese Art erscheinen, einerseits als Art und andererseits als Erscheinung:
- Als Art: So wie der Fisch nichts vom Wasser weiß, der Vogel nichts von Luft, so der “Individualist” nichts vom Wesen der endlichen Vernunft, in der er sich begrenzt (in seiner bestimmten Absolutheit der Vernunft, die sich als RealitĂ€t weiß) entfaltet.
- Als Erscheinung aufsteigend vom „KĂŒnstler“ zum „FĂŒhrer“, was von Anfang bis Ende dieser IndividualitĂ€t der Arbeit am Begriff (seiner selbst, als Vernunft) enthebt. So realisiert sich der Schein als „Chance“, in der sich das Sein ergreift in allen unausweichlichen Elementen, in denen es sich vernunftförmig versteht, in seiner konkreten FĂŒlle, die ihm die Massenproduktion der Kulturindustrie(+) zur VerfĂŒgung stellt. So stellt es sich als „IndividualitĂ€t“ her.
So richtet es sich her.
Der Schein dieser IndividualitĂ€t ist das PrĂ€dikat, dem sich die IndividualitĂ€t ( “ SelbststĂ€ndigkeit ” ) subsumiert, als dem allgemeinen Medium (eben: “ IndividualitĂ€t”) 
Das Unbewusste dieser Art ist zunÀchst die Sittlichkeit, dessen Emanation es ist und sodann, im absoluten Rechte der IndividualitÀt, verstanden als SubjektivitÀt, der Begriff.
- „Art“ ist er ebenso zwangslĂ€ufig – notwendig wiederum als diese IndividualitĂ€t -, indem es sich bewusst ist: es ist wirklich in seiner „individuellen“ Art.
Das Bewusstsein erscheint wirklich, weil es Erscheinung ist. Daher weiss es nicht, was es ist, ist aber gezwungen sich im anderen zu reflektieren, was heisst: (fĂŒr das natĂŒrliche Bewusstsein) unterzugehen.
Was Hegel durchfĂŒhrt in seiner PhĂ€nomenologie des Geistes, nĂ€mlich den (durchgefĂŒhrten-realen) Skeptizismus, das hat das natĂŒrliche Bewusstsein (am “eigenen Leibe”) zu erleiden. Wir sprechen hier als “PhĂ€nomenologen” ĂŒber nichts anderes als ĂŒber das “vernĂŒnftige Individuum”, wie es sich (zunĂ€chst unreflektiert) erlebt und erleben muss.
Ebenso ĂŒber die toten, weil einseitigen Formen, in denen es sich begrifflos hervorbringt und nicht fassen kann.

Wie Hegel in seiner PhĂ€nomenologie des Bewusstseins ausfĂŒhrt:
In der realen Form des „geistigen Tierreichs“.
Wie der Fisch dem Wasser, der Vogel der Luft... , entkommt die IndividualitÀt ihrem Elemente nicht.
Wie schon die Selbstverwirklichung in der Lust der Notwendigkeit nicht entkommen konnte, die sie in diesem Bewusstsein erst herbeigefĂŒhrt hatte oder wie das „Gesetz des Herzens“ der IndividualitĂ€t erst den Wahnsinn des EigendĂŒnkels* konstituiert hat oder die Tugend sich vernĂŒnftiger Weise im Lauf der Welt wieder finden musste, so befindet sich die Art, die ihr „Ich-bin-ich“ ausmacht im Betrug.
Die „Sache selbst“ ist unmittelbar Betrug, als “eigene IndividualitĂ€t.”

  • *„Man mag auch viele Tendenzen, hier wiedererkennen, die Rousseaus Auffassungen eines ursprĂŒnglichen Naturzustandes ausdrĂŒcken, zu der die These gehört, daß der Mensch von Natur aus gut ist. - Diese Gestalt des Vernunft-Bewußtseins muß jedoch unter der Voraussetzung der entgegengesetzten Auffassung Luthers von der „TĂŒcke des menschlichen Herzens“, die Hegel ebenso wie Kant teilte, als eine unwahre Gestalt der Vernunft bestimmt werden.“

    (Die Vernunft in Hegels PhĂ€nomenologie des Geistes, Klaus Erich Kaehler, Werner Marx.  -Frankfurt am Main: Klostermann, 1992, S.172)

  • +"Kultur heute schlĂ€gt alles mit Ähnlichkeit. ...
    (AufklÀrung als Massenbetrug) >>>

 

    (Manfred Herok @2009)

 

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