|
Wieso versteht ihr denn nicht, daĂ ich nicht vom Brot zu euch geredet habe? Mt 16,11 www.abcphil.de/html/bibelzitate_3.html
DaĂ Jesus nicht vom Brot redet ist offensichtlich. Christus gibt ein Gleichnis, das (nur) im Geiste verstanden wird. Geht es aber um die Frucht des Weinberges, sieht es, unter (geistlosen) UmstĂ€nden, anders aus: Schuld, als Geldschuld in bĂŒrgerlichen VerhĂ€ltnissen eingefordert, fungiert durchaus als pseudo-christliches Argument in pietistischen Kreisen: “ Bezahlst du deine Schulden nicht, so bist du ein `böser WeingĂ€rtner`. ”
Wenn Christus vom Brot redet und vom Sauerteig, dann ist die Gleichnishaftigkeit seiner Reden offensichtlich: Christus spricht offensichtlich nicht von der Brotbackkunst des BĂ€ckerhandwerks. Redet Christus jedoch von den Weinbauern, von denen der EigentĂŒmer (Gott - das Absolute/der Absolute...) seine Rendite einfordert, dann (ergreift das bĂŒrgerliche BewuĂtsein die Gelegenheit und ) lĂ€uft das moralisch-pietistische, pseudo-christliche BewuĂtsein Amok. Dann zeigt es sich, wie der pseudo-christliche Standpunkt (pseudo-geistlich), sich als proto-faschistisch konstituiert:
Wenn Christus vom Brot redet und vom Sauerteig, ist die Gleichnishaftigkeit solcher Rede offensichtlich: wenn es jedoch um Geld und Zinsen geht, zeigt sich der Mammon als die Alternative zum Geist. Offenbar kann sich erst auf der Ebene abstrakt- rechtlicher VerhĂ€ltnisse, soweit sie sich als GeldverhĂ€ltnisse verwirklicht haben, eine moralische Argumentation entfalten, die nicht davor zurĂŒckschreckt die geistige Erkenntnis und ihre Offenbarung ins Moralische zu retardieren. (Als MiĂbrauch religiöser Einsicht)
Diese Art, die sich als solche selbst bestimmt (als Art des “Gutmenschen”), schreckt nicht davor zurĂŒck, sich moralisch zu entblöden und das geistige VerhĂ€ltnis auf GeldverhĂ€ltnisse zu reduzieren. Das Entweder-Oder (vom Gegensatz zum Widerspruch) im VerhĂ€ltnis von Gott-Mammon kommt unter diesen UmstĂ€nden nicht zu BewuĂtsein. Was stattdessen entsteht ist ein BewuĂtsein des Verfolgens: Die “ Verfolgte Unschuld” verfolgt ... >>>
Der âGutmensch“ ansich ist revolutionĂ€r. Er konstituiert sich als âVernunft“ - in seinem Medium der unmittelbaren IndividualitĂ€t dann auch, wiki-gebildet -, explizit gegen âVerstand. Nur so kann er sich mĂŒhelos âbilden“ oder besser: âsich“ mĂŒhelos bilden, indem er in den Modus der âShow-time“ wechselt und âIndividualitĂ€t“ erscheinen lĂ€sst. Sich lĂ€sst diese Art erscheinen, einerseits als Art und andererseits als Erscheinung: - Als Art: So wie der Fisch nichts vom Wasser weiĂ, der Vogel nichts von Luft, so der “Individualist” nichts vom Wesen der endlichen Vernunft, in der er sich begrenzt (in seiner bestimmten Absolutheit der Vernunft, die sich als RealitĂ€t weiĂ) entfaltet. - Als Erscheinung aufsteigend vom âKĂŒnstler“ zum âFĂŒhrer“, was von Anfang bis Ende dieser IndividualitĂ€t der Arbeit am Begriff (seiner selbst, als Vernunft) enthebt. So realisiert sich der Schein als âChance“, in der sich das Sein ergreift in allen unausweichlichen Elementen, in denen es sich vernunftförmig versteht, in seiner konkreten FĂŒlle, die ihm die Massenproduktion der Kulturindustrie(+) zur VerfĂŒgung stellt. So stellt es sich als âIndividualitĂ€t“ her. So richtet es sich her. Der Schein dieser IndividualitĂ€t ist das PrĂ€dikat, dem sich die IndividualitĂ€t ( “ SelbststĂ€ndigkeit ” ) subsumiert, als dem allgemeinen Medium (eben: “ IndividualitĂ€t”) Das Unbewusste dieser Art ist zunĂ€chst die Sittlichkeit, dessen Emanation es ist und sodann, im absoluten Rechte der IndividualitĂ€t, verstanden als SubjektivitĂ€t, der Begriff. - âArt“ ist er ebenso zwangslĂ€ufig – notwendig wiederum als diese IndividualitĂ€t -, indem es sich bewusst ist: es ist wirklich in seiner âindividuellen“ Art. Das Bewusstsein erscheint wirklich, weil es Erscheinung ist. Daher weiss es nicht, was es ist, ist aber gezwungen sich im anderen zu reflektieren, was heisst: (fĂŒr das natĂŒrliche Bewusstsein) unterzugehen. Was Hegel durchfĂŒhrt in seiner PhĂ€nomenologie des Geistes, nĂ€mlich den (durchgefĂŒhrten-realen) Skeptizismus, das hat das natĂŒrliche Bewusstsein (am “eigenen Leibe”) zu erleiden. Wir sprechen hier als “PhĂ€nomenologen” ĂŒber nichts anderes als ĂŒber das “vernĂŒnftige Individuum”, wie es sich (zunĂ€chst unreflektiert) erlebt und erleben muss. Ebenso ĂŒber die toten, weil einseitigen Formen, in denen es sich begrifflos hervorbringt und nicht fassen kann.
Wie Hegel in seiner PhĂ€nomenologie des Bewusstseins ausfĂŒhrt: In der realen Form des âgeistigen Tierreichs“. Wie der Fisch dem Wasser, der Vogel der Luft... , entkommt die IndividualitĂ€t ihrem Elemente nicht. Wie schon die Selbstverwirklichung in der Lust der Notwendigkeit nicht entkommen konnte, die sie in diesem Bewusstsein erst herbeigefĂŒhrt hatte oder wie das âGesetz des Herzens“ der IndividualitĂ€t erst den Wahnsinn des EigendĂŒnkels* konstituiert hat oder die Tugend sich vernĂŒnftiger Weise im Lauf der Welt wieder finden musste, so befindet sich die Art, die ihr âIch-bin-ich“ ausmacht im Betrug. Die âSache selbst“ ist unmittelbar Betrug, als “eigene IndividualitĂ€t.”
*âMan mag auch viele Tendenzen, hier wiedererkennen, die Rousseaus Auffassungen eines ursprĂŒnglichen Naturzustandes ausdrĂŒcken, zu der die These gehört, daĂ der Mensch von Natur aus gut ist. - Diese Gestalt des Vernunft-BewuĂtseins muĂ jedoch unter der Voraussetzung der entgegengesetzten Auffassung Luthers von der âTĂŒcke des menschlichen Herzens“, die Hegel ebenso wie Kant teilte, als eine unwahre Gestalt der Vernunft bestimmt werden.“
(Die Vernunft in Hegels PhÀnomenologie des Geistes, Klaus Erich Kaehler, Werner Marx. -Frankfurt am Main: Klostermann, 1992, S.172)
- +"Kultur heute schlĂ€gt alles mit Ăhnlichkeit. ...
(AufklÀrung als Massenbetrug) >>>
|